Presseartikel “Greenpeace-Protest gegen Pestizide”

am 05.12.05 auf  “newsclick.de”

Test ergab zu hohe Belastungen in deutschem Obst und Gemüse aus Supermärkten

Von Jörn Stachura

Pestizide in Obst und Gemüse. Als Dreingabe zu Vitaminen Schädlingsbekämpfungsmittel in Mengen, die gesundheitsschädlich sind. Greenpeace Braunschweig demonstrierte Samstag vor den Geschäften von Lidl und Real.

Einkaufsnetz, die Verbraucherschützer von Greenpeace, hatte bundesweit den Stein ins Rollen gebracht. In einem großen Vergleich von deutschem Obst und Gemüse aus den wichtigsten Supermärkten und Handelketten stellte sich heraus: In Obst und Gemüse finden sich immer wieder hohe Pestizid-Rückstände.

Ein Viertel der getesteten deutschen Tomaten, Karotten, Gurken Paprika und Pfirsiche erhielt das Prädikat “nicht empfehlenswert”. Denn sie enthielten Schädlingsbekämpfungsmittel in Mengen, die in Deutschland nicht erlaubt sind. Es wurden sogar Mittel gefunden, deren Einsatz verboten ist.

Ortgruppen unterwegs

Pestizide können nach Auffassung von Umweltmedizinern den Hormonhaushalt und das Immunsystem beeinträchtigen und das Nervensystem schädigen. Der Test von Obst und Gemüse hat mittlerweile juristische Konsequenzen: Greenpeace hat gegen Lidl in 26 Fällen Anzeige erstattet, gegen Real 11. Bereits am Donnerstag hatte Greenpeace vor den Konzern-Zentralen von Lidl und Metro (Real), die im Vergleich am Schlechtesten abgeschnitten hatten, demonstriert. Nun legten die Ortsgruppen nach.

Druck auf Kontrolleure

In 35 Städten protestierten die Mitglieder vor den genannten Unternehmen und verteilten Einkaufsratgeber von Greenpeace an die Kunden. Sie sollen, wann immer es geht, Produkte aus Bio-Anbau kaufen und von Metro und Lidl verlangen, nur noch einwandfreie Ware zu verkaufen. Außerdem soll Druck auf die Bundesländer ausgeübt werden, dass sie ihrer Kontrollpflicht bei Lebensmittel intensiver und sorgfältiger nachkommen.

In Braunschweig, so berichtete Tobias Hohenbrink von der Greenpeace-Gruppe, “sind keine Proben zur Untersuchung genommen worden”. Es ginge der Gruppe auch nicht darum, “Rabatz zu machen”, sie wollten die Kunden aufklären und “mit den Geschäftsleitungen ins Gespräch kommen, damit sich die Einkaufspolitik der Unternehmen ändert”. Greenpeace Braunschweig hatte zuletzt vor Selgros demonstriert. Der Großhandelskette wurde vorgeworfen, Frittieröle aus genveränderten Pflanzen so verpackt zu verkaufen, dass dem Käufer dies nicht bewusst war.

05.12.2005 (www.newsclick.de)