Gorilla, Tiger und Jaguar vor Holz Brandt
Am Vormittag des 05.07.08 versammelten wir uns als Gorilla, Jaguar und Tiger verkleidet und mit einem Banner mit der Aufschrift “Holzbrandt – Ihr Urwaldvernichter Nr. 1 in Braunschweig” vor der Holz Brandt-Filiale in Braunschweig. Eine bundesweite und öffentliche Recherche von Greenpeace ermittelte zuvor in vielen deutschen Städten die Verfügbarkeit von FSC-zertifizierten Holz in Baumärkten und Holzfachgeschäften.
Kurze Erläuterung zum FSC-Siegel:
Das FSC-Siegel (Forest Stewardship Council) wird von einer regierungsunabhängigen Organisation (dem „Welt-Forst-Rat“) kontrolliert und garantiert eine ökologische, nachhaltige und soziale Forstwirtschaft. Tropenholz sollte nur dann gekauft werden, wenn es das FSCSiegel trägt.
Weitere Infos zum FSC-Siegel unter http://www.fsc-deutschland.de
Die Ergebnisse dieser bundesweiten Recherche können sie hier einsehen. Auch die Greenpeacegruppe Braunschweig beteiligte sich an dieser Recherche und besuchte viele ortsansässige Baumärkte und Holzanbieter. Dabei wurde in einigen Baumärkten (zum Beispiel Holzbrandt, Möma, Parga Design) unzertifiziertes Tropenholz gefunden. Es gab aber auch Positivbeispiele, denn in Praktiker konnten ausschließlich FSC-zertifizierte Gartenmöbel und Parkette entdeckt werden. Alle Ergebnisse können Sie in unserem regionalen Einkaufsratgeber für Parkette und Gartenmöbel einsehen. Als Reaktion auf die verheerende Entdeckungen von nicht FSC-zertifizierten Tropenholz bei Holz Brandt veranstalteten wir einen Protest vor der Filiale, um die Kunden über den Sachverhalt zu informieren.
Wir verteilten unseren regionalen Einkaufsratgeber an die Kunden und versuchten vergeblich ein Gespräch mit dem Geschäftsführer von Holz Brandt zu bekommen. Mehrmals wurde uns ein persönliches Gespräch verweigert. Wir hoffen in Zukunft ein persönliches und sachliches Gespräch mit dem Geschäftsführer führen zu können. In Anbetracht des rasanten Schwinden der letzten Urwälder der Erde ist jeder Schritt für den Urwaldschutz wichtig. Deshalb setzt sich Greenpeace zielstrebig für eine ökologische und sozialverträgliche Holzwirtschaft ein. Im Moment kann man nur bei dem FSC- Siegel sicher sein, dass das Holz aus legalen und ökologisch verträglichen Import stammt. 50-80 % des globalen Holzeinschlages in tropischen Wäldern kommt aus illegalen Raubbau. Wir begrüßen die Äußerung des Geschäftsführers von Holz Brandt entgegen unserer Recherche FSC im Sortiment und im Katalog zu haben. Allerdings muss dies auch im Laden gekennzeichnet werden, um eine Transparenz für den Kunden zu ermöglichen. Außerdem wollen wir Einsicht in die Unterlagen, die dies beweisen. Es sei ausdrücklich gesagt, dass Greenpeace Produkte aus Holz begrüßt, weil sie eine sehr gute Ökobilanz haben. Das Holz sollte aber aus sozial und ökologischer verträglicher Holzwirtschaft stammen.
Wir hoffen auf eine positive Entwicklung, denn ein Umstieg auf FSC ist möglich, wie es die Positivbeispiele unserer Recherche in Braunschweig gezeigt haben.
Weitere Infos:
Positionspapier der Umweltverbände gegen die Holzbeschaffungsrichtlinie der Bundesregierung


