Greenpeace: VW beim Klimaschutz nicht “up! to date”
Aktivisten fordern auf VW-Werbeveranstaltung mehr Klimaschutz vom Konzern
Mit der Botschaft „Volkswagen not up! to date – Hoher Verbrauch wenig Klimaschutz“ haben heute Ehrenamtliche der Greenpeace-Gruppe Braunschweig in den Schloss Arkaden auf der „VW-Roadshow“ protestiert. VW bewirbt auf dieser Städtetour den neuen Kleinstwagen Up. „Mit dem Up hat Volkwagen die Chance verpasst, ein klimafreundliches Auto auf den Markt zu bringen“, sagt Sebastian Könnecke, Sprecher der Gruppe Braunschweig. Die Aktivisten informierten die Besucher vor Ort über die fehlende Klimaverantwortung des europäischen Marktführers und führten somit den Protest der Aktivisten während der Hamburger VW-Roadshow fort. Der Konzern verfügt zwar über eine Spritspartechnik, die den Verbrauch und somit die CO2-Emissionen mindert, setzt diese aber nicht serienmäßig ein. Auch beim Up ist Klimaschutz nur gegen Aufpreis erhältlich.
Falsches Versprechen: Neuer Up kein „Umweltchampion“
„Anstatt sich glaubwürdig für den Klimaschutz einzusetzen, bringt VW ein Modell auf den Markt, das in der Fachpresse als ‚kleiner Schluckspecht’ bezeichnet wird. Das ist enttäuschend für einen Konzern wie Volkswagen, der sich vorgenommen hat, bis 2018 in Sachen Umweltschutz an der Weltspitze zu stehen,“ so Könnecke. „Gerade beim Zukunftsmarkt der Kleinstwagen muss VW ein Zeichen setzen für niedrigen Verbrauch und Klimaschutz.“ In der 60-PS-Basisversion verbraucht der Up nach Angaben von VW viereinhalb Liter Benzin und stößt über 100 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer aus. Zum Vergleich: Die Effizienzmodelle von Polo, Golf und Passat in der Blue Motion Version stoßen jeweils 87, 99 und106 Gramm CO2 pro Kilometer aus, obwohl sie deutlich schwerer sind.
Großer Konzern, große Verantwortung
Etwa 60 Millionen Tonnen CO2 stoßen die innerhalb eines Jahres vom Volkswagen-Konzern europaweit verkauften Autos während ihrer Nutzungsdauer aus (Verkaufszahl 2010). Das ist weit mehr als bei anderen Herstellern und entspricht etwa dem jährlichen Treibhausgasausstoß von Schweden. „VW muss endlich seiner Klimaverantwortung als einer der größten Autobauer gerecht werden“, so Könnecke. Bei einer im September veröffentlichten Studie zum Stand der Klimaziele der europäischen Autoindustrie erreichte Volkswagen gerade einmal Platz neun von 15.
Obwohl VW die Spritspartechniken „Blue Motion“ und „Blue Motion Technology“ entwickelt hat, fuhren nur etwa sechs Prozent im vergangenen Jahr weltweit verkauften VW-Modelle mit der Spartechnik. Greenpeace fordert Volkswagen zu serienmäßigem Klimaschutz auf, um den durchschnittlichen CO2-Ausstoß seiner Autoflotte drastisch zu senken.





